Pantherophis guttatus - Kornnatter
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Wissenschaftlicher Name:


Pantherophis guttatus (LINNAEUS, 1766)

Synonyme:

Coluber guttatus, Scotophis guttatus,  Elaphe guttata guttata, Pituophis guttatus

Trivialname:

Gewöhnliche Kornnatter, Eastern Corn snake



Pantherophis guttatus
unser erstes Weibchen: Cleopatra


Systematik und Taxonomie:

Bis zur Aufteilung der Sammelgattung Elaphe (Kletternattern) wurde die gewöhnliche Kornnatter als Elaphe guttata guttata geführt. Nach der Neuordnung gehört sie nun in die Gattung Pantherophis. Dabei wurden Arten und Unterarten wie folgt neu geordnet:

Gewöhnliche Kornnatter - Pantherophis guttatus (alt: Elaphe guttata guttata)
Prärie-Kornnatter - Pantherophis emoryi (alt: Elaphe guttata emoryi)
Slowinskies Kornnatter - Pantherophis slowinskii (alt: Elaphe slowinskii)

Elaphe guttata rosacea die lange Zeit als Unterart der Kornnatter geführt wurde wird inzwischen nur noch als Farbvariation der gewöhnlichen Kornnatter gesehen. Damit besitzt Pantherophis guttatus keine Unterarten.

Beschreibung:

Die Kornnatter ist eine relativ kräftig gebaute, mittelgroße und sehr attraktiv gefärbte Kletternatter. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von ca. 1,20m wobei in der Literatur immer wieder von Rekordexemplaren mit einer Länge von 1,80m zu lesen ist. Im Terrarium wird die Kornnatter eine Größe von 1,00m-1,20m aber sicher nicht überschreiten. Die Tiere werden bei guter Pflege mind. 15 Jahre alt wobei auch 20 Jahre alte Tiere keine Seltenheit sind.

Der Kopf der Kornnatter ist flach und deutlich von Körper abgesetzt. Der Übergang vom Körper in den Schwanz ist gut zu erkennen und kann zur Geschlechtsbestimmung mit heran gezogen werden(mit etwas Erfahrung und entsprechenden Vergleichstieren kann man eine recht gute Quote in der Geschlechtsbestimmung erreichen). Beim Weibchen läuft der Schwanz in der Regel deutlich spitzer zu und ist auch kürzer als bei gleichaltrigen Männchen. Der Übergang ist auch gleichmäßiger als beim Männchen das eine leichte Einschnürung hinter der Kloake besitzt. Beim Männchen ist der Übergang von Körper zu Schwanz weniger spitz und weniger gleichmäßig da hinter der Kloake die beiden Hemipenise gelagert sind. Eine sichere Bestimmung ist allerdings nur mittels Sondierung (von einem erfahrenen Halter oder Tierarzt) oder bei erfolgreicher Paarung möglich.

Die Grundfarbe der Kornnatter ist Graubraun. Hinter dem Kopf beginnend bis zum Ende des Schwanzes befinden sich mehrere Sattelflecken welche Ziegelrot bis Rotbraun gefärbt sind. Die Sattelflecken sind mehr oder weniger stark mit einem schwarzen Streifen eingerahmt. Die Färbung des Kopfes entspricht der Färbung der Sattelflecken. Direkt auf dem Kopf besitzen die Kornnattern eine Zeichnung die wie eine Pfeilspitze aussieht und in Richtung Maul spitz zu läuft. Des Weiteren befindet sich ein helleres Band zwischen den Augen das weiter bis zum Hals auf beiden Seiten ausläuft. Die Bauchseite der Nattern ist weiß mit einem schwarzen Rechteckmuster das an eine Schachbrett erinnert.

Farbformen:

Da sich die Kornnatter relativ leicht nachzüchten lässt wurden schon früh sogenannte Auswahlzuchten betrieben. Die Fülle der damit erzielten Farb- und Zeichnungsvarianten ist kaum noch zu überblicken. Ich persönlich finde viele Tiere die durch selektive Zucht entstanden sind ziemlich hässlich, aber das ist sicher Geschmackssache und es bleibt jedem selbst zu entscheiden was er bevorzugt. Einen guten Überblick über die Themen Genetik, Auswahlzucht und Farbvarianten bietet folgende Seite:

www.kornnatter.de

Wir pflegen neben zwei „natürlich“ gefärbten Exemplaren noch eine anerythristische Kornnatter (auch unter der eigentlich völlig unsinnigen Bezeichnung „Black Albino“ zu finden).



Pantherophis guttatus
anerythristisches Jungtier (unser Apophis)



Verbreitung und Vorkommen:

Pantherophis guttatus besitzt ein sehr großes Verbreitungsgebiet innerhalb der USA. Die nördlichsten Sichtungen sind aus den Bundesstaaten Michigan/New York gemeldet, die südlichsten aus Texas/Florida (bis hin in den Norden Mexikos), die westlichsten aus Texas und die östliche Verbreitungsgrenze ist der Atlantik. Die meisten Vorkommen sind aber im Sonnenstaat Florida zu finden.

Gefährdung und Schutzstatus:


Pantherophis guttatus ist zurzeit nicht besonders geschützt. (Die aktuelle Bestandsliste und weiteres über das Washingtoner Artenschutzabkommen gibt es auf der cites -Homepage bzw. der Homepage des bfn zu finden).

In den USA allerdings ist die Lage etwas anders. In manchen Staaten der USA sind die Haltung, der Export sowie die Entnahme aus der Natur zum Teil massiv eingeschränkt, um einzelne Populationen zu schützen bzw. zu erhalten.

Verhalten in der Natur:

Wie bereits erwähnt bewohnt Pantherophis guttatus ein relativ großes Verbreitungsgebiet mit doch recht großen klimatischen Unterschieden. Bevorzugt werden dabei aber lichte Wälder und offene Flächen. Die Kornnatter ist als Kulturfolger aber auch in landwirtschaftlich genutzten Gebieten(Felder, Schuppen, …) und Wohnhäusern zu finden. Dort wird sie zumeist auch als Schädlingsbekämpfer geduldet.

Die Kornnatter ist eine Dämmerungs- bis Nachtaktive Schlange die den Tag versteckt im Unterholz, in Spalten von Legesteinmauern, im Dachgebälk von Häusern oder Nagerbauten verbringt. Obwohl sie recht gute klettern kann verbringt sie die meiste Zeit am Boden (vermutlich als Anpassung an Nahrungskonkurrenz wie Pilotnattern).

Zum natürlichen Nahrungsspektrum gehören verschiedene Nager, kleine Vögel und bei Jungtieren auch kleine Echsen und Amphibien. Je nach Verbreitungsgebiet legen die Tiere zwischen 3-5 Monaten Winterruhe in einem frostfreien Versteck ein.



Pantherophis guttatus
unser zweites Weibchen: Triniti



Haltung im Terrarium:

Nach dem Gutachten zur Haltung von Terrarientieren muss das Terrarium der Kornnatter wenigstens die Maße 1,0*0,5*1,0 der Länge der Schlange besitzen. Das will heißen, bei einer ausgewachsenen und 1,20m langen Korni, ist ein Terrarium von 1,20m*0,6m*1,20m in der Richtlinie empfohlen. Es gibt einige Pfleger(insbesondere Züchter) die Kornnattern auch in deutlich kleineren Behältern erfolgreich halten und auch vermehren. Nichts desto Trotz würde ich ein Terrarium unter den angegebenen Maßen nicht empfehlen, wenn man erwartet die Schlange in einem möglichst natürlichem Verhalten beobachten zu können.

Als Behälter kommen Glasterrarien, Holzterrarien oder Styroporterrarien in Frage. Da Kornnattern nicht zu feucht gehalten werden hat sich bei uns ein selbstgebautes Holzterrarium bewährt (Glas ist auf die Größe des Behälters einfach zu schwer, unpraktisch und auch deutlich teurer). Die Rückwand und die Seitenwände sind mit Styropor(als Dämmung und zur Gestaltung) beklebt und anschließend mit eingefärbtem Fliesenkleber versehen worden(dieser dient den Schlangen als Kletterfläche und Häutungshilfe).

Der Bodengrund kann aus einem Sand-Erde-Gemische, Sand-Torf-Gemisch oder aus Rindensubstrat bestehen. Dieser muss leicht feucht (auf keinen Fall dauerhaft nass) gehalten werden, wobei den Schlangen auch eine ganz trockene Stelle zur Verfügung stehen muss.

Als Einrichtungsgegenstände gehören Versteckmöglichkeiten (Höhlen, Steine, Wurzeln, Korkröhren,...), Klettergelegenheiten (Korkröhren, stabil angebrachte Äste, ...) und eine Wasserschale mit stets frischem Wasser (möglichst so groß das die Schlange darin baden kann) ins Terrarium.

Als optische Verschönerung und als Sichtschutz für die Tiere können natürlich auch Pflanzen (echte oder unechte ist dabei reine Geschmackssache) ins Terrarium kommen. Entscheidet man sich für echte sollten diese möglichst separat in einem Topf eingepflanzt werden um sie bei Bedarf aus dem Terrarium nehmen zu können. Als Pflanzen eignen sich alle die den klimatischen Gegebenheiten angepasst sind und robust genug um von den Nattern nicht zerdrückt zu werden. In unseren Terrarien haben sich z.B. Kletterpflanzen wie Efeu und Efeutute bewährt. Aber auch klein bleibende Ficus Arten sind durchaus denkbar. Mit ein bisschen Experimentierfreude findet man schnell passende und schön aussehende Pflanzen.

Die optimalen Haltungstemperaturen liegen zwischen 24-28°C. Die Schlangen sollten in ihrem Terrarium aber unterschiedliche Temperaturzonen auffinden die in dem genannten Wertebereich liegen. Ein „Sonnenplatz“ mit einer Temperatur von bis zu 32°C ist optimal für die Nattern um sich aufzuwärmen. In unserem Becken kommt die Wärme ausschließlich von oben (durch die Beleuchtung) was den natürlichen Gegebenheiten eher entspricht als eine Beheizung von unten (z.B. durch Heizmatten). Die Luftfeuchte im Terrarium sollte am Tag zwischen 50-70% (nachts etwas höher) liegen. Das lässt sich einfach erreichen wenn man in regelmäßigen Abständen das Terrarium mit Wasser überbraust. Aber auch eine automatisch gesteuerte Regenanlage kann diesen Job zuverlässig übernehmen (das ist nur eine Geldfrage was man bevorzugt).

Beleuchtung:

Pantherophis guttatus ist zwar eine Nacht-, Dämmerungsaktive Schlange eine Beleuchtung ist aber trotz dem notwendig um einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus zu schaffen. Des Weiteren dient die Beleuchtung nicht nur das Terrarium zu erhellen sondern die Wärmeabstrahlung der Lampen erwärmt natürlich auch das Terrarium.

Je nach Standort des Beckens kann die Grundbeleuchtung aus ein bis zwei Neonröhren (ein UV-Anteil ist nicht unbedingt erforderlich) oder einem HQI Strahler bestehen. Falls mit dieser Beleuchtung die erforderlichen Temperaturen noch nicht erreicht sind kann ein einfacher Spotstrahler geeigneter Wattstärke zur Schaffung eines Sonneplatzes und zur Erwärmung des Beckens genutzt werden.



Pantherophis guttatus
und noch mal unser zweites Weibchen Triniti



Vergesellschaftung:

Kornnattern sind der eigenen Arte gegenüber wenig Aggressiv, ganz im Gegenteil werden mehrere Tiere (egal welchen Geschlechts) zusammen gehalten teilen sie sich vollkommen friedlich die Versteckplätze. Mann kann bei einem entsprechend großem Terrarium (die Grundfläche von 1m*0,5m gilt für zwei Tiere, für jedes weiter gilt 20% mehr Grundfläche) durchaus mehrer Männchen und Weibchen gemeinsam halten. Zwischen den Männchen kann es während der Paarungszeit zu Kommendkämpfen kommen, diese gehen aber zu meist harmlos und ohne Beschädigung von statten.

Einzig bei der Fütterung muss man die Tiere trennen. Bei gemeinsamer Fütterung kann (und wird es früher oder später auch) dazu kommen das sich zwei Tiere in dasselbe Futtertier verbeißen. Wenn es aber um Futter geht ist es mit der ruhigen Art der Nattern vorbei. In diesem Fall kann es durchaus zu wilden Kämpfen um das Futter kommen(Verletzungen nicht ausgeschlossen) und man wird Schwierigkeiten haben die Schlangen wieder zu trennen. Also am besten allem Ärger aus dem Weg gehen und getrennt füttern und erst 3-4 Stunden nach der Fütterung wieder zusammen setzen.

Von einer Vergesellschaftung mit anderen Schlangen oder Reptilien habe ich bisher weder gelesen noch gehört. Da die Kornnatter aber in ihrem natürlichen Vorkommen gemeinsam mit anderen Kletternattern (z.B. Pilotnattern) lebt währe vielleicht ein Gesellschaftsbecken mit Arten gleicher Ansprüche möglich. Es müsste aber dann schon ein sehr großes Terrarium sein und passende Tiere die sich vorwiegend im oberen Bereich des Beckens aufhalten. Des Weiteren müsste man darauf achten das es zu keinen Verpaarungen zwischen den Unterschiedlichen Arten kommt.

Winterruhe:

Prinzipiell ist es möglich Kornnattern ganzjährig warm und ohne Winterruhe zu pflegen. Da die Tiere in der Natur aber eine wetterbedingte Ruhephase von 2-4 Monaten (je nach Herkunftsgebiet) einlegen ist es sinnvoll diese auch im Terrarienalltag zu bieten.

Dabei gibt es grundlegend zwei Möglichkeiten. Erstens eine Winterruhe bei niedrigen Temperaturen oder zweitens eine kurze Ruhephase im Terrarium bei Zimmertemperaturen. Aus Platzgründen(wir haben einfach keinen Raum mit konstant niedrigen Temperaturen) und da wir keine gezielte Zucht betreiben haben wir uns für die zweite Variante entschieden und fahren damit bisher sehr gut.

Eine vollständige Winterruhe beginnt bereits im November wo die Fütterung eingestellt wird. Über einen Zeitraum von 2-3 Wochen werden anschließend die Temperaturen von normal auf 8-12°C runter gefahren und gleichzeitig die Beleuchtungsdauer reduziert. Im Anschluss werden die Tiere in Überwinterungsboxen überführt, die in einem Raum mit konstanten Temperaturen aufgestellt werden. Die Boxen werden mit leicht feuchten Bodengrund, einem Versteckplatz und einer kleine Wasserschale ausgestattet. Temperaturen unter 5°C sind dabei unbedingt zu vermeiden da diese für die Kornnattern tödlich sein können. So können die Tiere 6-8 Wochen kontrolliert überwintert werden. Anschließend werden sie wieder in ihr Terrarium überführt und die Temperaturen und Beleuchtung auf Normalwerte gefahren.

Die kurze Ruhepause wird bei uns im Dezember eingeleitet. Dabei wird ebenfalls die Fütterung eingestellt und die Temperaturen und Beleuchtung werden schrittweiße über 2 Wochen nach unten gefahren. Die Schlangen werden so bei Zimmertemperatur und abgeschalteter Beleuchtung über 4 Wochen im Terrarium gehalten. Anschließend werden wieder über 2 Wochen die Werte auf Normalwerte hoch gefahren.

Die Winterruhe findet bei uns für alle Tiere die älter als ein Jahr sind statt. Überwintert werden ausschließlich gesunde, vitale und gut genährte Tiere. Für kranke und unterernährte Schlangen kann eine Winterruhe tödlich sein. Auch während der Ruhephase ist der Zustand der Tiere permanent zu überwachen um gegebenenfalls die Überwinterung eher abbrechen zu können und keine Verluste zu riskieren.

Vermehrung:

Verpaart werden können die Kornnattern ab einem Alter von 2-3 Jahren. Wichtig ist dabei vor allem dass die Schlangen kräftig und groß genug sind(mind. 1m und gut genährt sollten sie sein).

Startpunkt für eine erfolgreiche Verpaarung ist eine erfolgreiche Winterruhe in der die Geschlechter am besten getrennt gehalten werden. Im Frühling wenn die Tiere wieder angefüttert wurden setzt man die Tiere wieder zusammen. Die paarungsbereiten Weibchen senden dann Lockstoffe aus die von den Männchen sofort mit deutlichem Züngeln wahrgenommen werden. Hat das Männchen ein paarungswilliges Weibchen gefunden fängt es sofort an dieses quer durch das Terrarium zu verfolgen und zu umwerben. Die eigentliche Paarung dauert dann 15-30 Minuten und kann in den nächsten Tagen mehrfach wiederholt werden.



Pantherophis guttatus
Unsere Triniti und ihr erstes Gelege

Waren die Paarungsversuche erfolgreich gewinnt das Weibchen schon bald deutlich an Umfang. So lange es frisst sollte es jetzt gut gefüttert werden um die Trächtigkeit gut zu überstehen. Nach einiger Zeit wird das Weibchen die Futteraufnahme verweigern, das ist das erste Anzeichen einer bevorstehenden Eiablage. Ein weiteres Anzeichen ist das dass Weibchen anfängt unruhig im Terrarium herumzustreifen und überall zu graben.

Spätestens jetzt muss für eine geeignete Ablagestelle gesorgt werden. Dafür eignet sich eine einfache undurchsichtige Vorratsdose die bis fast zum Rand mit feuchtem Substrat gefüllt ist. Als Einstieg dient ein Loch das ungefähr dem 2-fachen Durchmesser der Schlange besitzt. Ansonsten sollte die Dose nicht zu groß gewählt werden um dem Weibchen ein Gefühl der Sicherheit zu bieten und an einer Stelle mit geeigneten Temperaturen (24-26°C) aufgestellt werden. Nimmt die Kornnatter den Ablageplatz an legt sie im Schnitt um die 20Eier (3 -max.40 können aber vorkommen).



Pantherophis guttatus
Das Gelege im Inkubator

Sind die Eier erfolgreich abgelegt können sie in einen Inkubator überführt werden. Dabei werden sie übliche Brutsubstrate(Vermiculit, Moos, Sand) eingebettet und leicht feucht inkubiert. Die Temperaturen zur Inkubation sollten bei 26-28°C liegen, wobei diese nachts ruhig etwas fallen dürfen (22-24°C). Die Inkubationszeit liegt bei ca. 70 Tagen wobei sich da je nach Temperatur große Schwankungen ergeben können.



Pantherophis guttatus
Jungtiere beim Schlupf

Sind die Jungen erst mal geschlüpft bereitet die Aufzucht meist keine nennenswerten Probleme. Nach der ersten Häutung gehen die meisten Jungtiere willig ans Futter(frische Babymäuse). Sollte doch mal ein hartnäckiger Verweigerer dabei sein muss man zur Zwangsfütterung greifen. Dies sollte man aber erfahrenen Personen überlassen (Tierarzt, Züchter, ...) und nicht selbst experimentieren da man sonst mehr Schaden als Nutzen anrichten kann. Die kleinen können (auch gemeinsam) in einem kleinen Terrarium aufgezogen werden das in Einrichtung, Wärme und Luftfeuchtigkeit dem der Adulten nachempfunden ist.



Pantherophis guttatus
Jungtier kurz nach dem Schlupf

Ernährung:

Jungtiere werden am Anfang mit frisch geborenen Babymäusen gefüttert. Dabei bevorzugen wir lebende Mäuse, wenn allerdings gerade keine verfügbar sind werden auch frisch aufgetaute angenommen. Ab einem Alter von ca. 6-9 Monaten können auch frisch geschlüpfte Ratten gefüttert werden.

Adulte Kornnattern bekommen bei uns lebende Farbmäuse. Mit Ratten und anderen Arten von Mäusen haben wir schlechte Erfahrungen gemacht. Soll heißen diese wurden entweder ganz ignoriert oder nur erwürgt dann aber nicht gefressen. Das kann aber auch daran liegen dass unsere Tiere an Farbmäuse gewöhnt sind.

Die Fütterungsintervalle sind bei Jungtieren 5-7 Tage und bei Adulten 10-14 Tage. Eine etwas längere Futterpause (z.B. während eines Urlaubes) ist aber bei gut ernährten Tieren kein Problem.


  

 

 
Panterophis guttatus

unsere Triniti bei einer Mahlzeit

Häutung:

In regelmäßigen Abständen müssen sich Schlangen häuten, da die Haut nicht mit dem Tier mitwächst. Die Abstände werden dabei mit zunehmendem Alter größer, da die Schlange kaum noch wächst. Wenn die Natter gesund ist und richtig gehalten wird, verläuft die Häutung auch problemlos. Eine bevorstehende Häutung kündigt sich dadurch an, dass die Schlange einen Art Grauschleier bekommt (besonders gut an den Augen zu sehen).



Pantherophis guttatus
Unser Männchen(Morpheus) kurz vor der Häutung


Die Schlange sollte sich möglichst im Ganzen häuten. Ist dies nicht der Fall, sollte man auf jeden Fall die Haltungsbedingungen überprüfen, ob z.B. das Tier nicht etwas zu trocken gehalten wird, oder ihr keine rauen Gegenstände als Häutungshilfe zur Verfügung stehen. Man muss auch darauf Achten, dass sich keine Häutungsreste mehr an der Natter befinden (z.B. am Schwanz) da diese Körperteile im schlimmsten Fall absterben könnten. Gegebenenfalls kann man die Schlange für eine Weile in ein Behälter mit feuchtem Küchenpapier legen und dann vorsichtig die Häutungsreste abziehen, wenn sich die Schlange nicht schon selbst in der Zeit fertig häuten konnte.

Verhalten im Terrarium

Pantherophis guttatus genießt den Ruf eine sehr ruhige Art zu sein. Von vier Tieren die ich pflege bzw. pflegte werden drei diesem Ruf auch gerecht. Sie Verhalten sich dem Pfleger gegenüber wenig aggressiv und sind untereinander sehr verträglich.

Die Ausnahme von der Regel bildete mein erstes Weibchen. So schön wie dieses Tier war so zickig war es auch. Bei der geringsten Störung ging sie in Abwehrstellung und hat wenn sie sich weiter gestört fühlte auch unvermittelt zugebissen. Da es sich bei Kornnattern um harmlose Würgeschlangen handelt ist das nicht als gefährlich einzustufen aber die Zähne der Nattern sind zumindest so lang das sie kleine Risswunden hinterlassen wenn man erschrocken zurück zieht.

Im Terrarium sind die Tiere tagsüber meist in ihren Verstecken zu finden. Gegen Abend wenn die Beleuchtung langsam erlischt werden die Tiere aber sehr aktiv und erkunden jeden Winkel und jeden Blumentopf im Terrarium. Im Frühling (während der Paarungszeit) kann es sogar sein das sich die Tiere auch Tagsüber blicken lassen. Dies ist meist die Jahreszeit der längsten Aktivitätsphase.

Bei Arbeiten im und am Terrarium ziehen sich die Nattern meist in ihre Verstecke zurück. Und warten dort bis wieder Ruhe eingekehrt ist. Mit etwas Entfernung kann man die Tiere aber gut bei ihren Streifzügen durchs Terrarium beobachten.

Erwerb

Pantherophis guttatus wird regelmäßig als Nachzucht in allen Farbformen angeboten. Wildfänge sind in Deutschland sehr Wahrscheinlich überhaupt nicht mehr zu finden. Und selbst wenn sollte man den Nachzuchten auf jeden Fall den Vorrang geben da diese an das Leben im Terrarium gewöhnt sind und sich meist in einem deutlich besseren Zustand befinden.

Der Erwerb bei einem Züchter hat den Vorteil, dass man sich die Haltungsbedingungen ansehen kann und auch eventuell einen Ansprechpartner für Probleme aller Art hat. Aber auch in einigen ordentlichen Zoofachgeschäften mit kompetenter Beratung, kann man gesunde Tiere und die nötigen Informationen bekommen, man muss sich nur die Zeit nehmen, die Guten von den Schlechten zu trennen(und es gibt wirklich sehr schlechte ihrer Art).

Fazit

Ein Pärchen Kornnattern waren die ersten Terrarientiere die bei uns Einzug gehalten haben und bis Heute haben sie nichts an ihrer Faszination verloren. Die Kornnatter wird sicher so schnell auch nicht aus unserem Bestand verschwinden.

Es gibt wohl kaum eine zweite Schlange deren Ansprüche so einfach zu erfüllen sind und die Haltungsfehler so leicht verzeiht (trotzdem sollte man natürlich immer bestrebt sein optimale Bedingungen zu schaffen). Pantherophis guttatus ist damit definitiv die beste Wahl zum Einstieg in das Hobby, aber auch als erfahrener Reptilienpfleger kann man noch viel Interessantes an den Tieren entdecken.

Des Weiteren bieten die Tiere auch jedem arbeitenden Menschen die Möglichkeit sie gut zu Beobachten da sie erst in den Abendstunden richtig aktiv werden.

Literatur

Schlangen und Kletternattern:

1) G. Nietzke - Die Terrarientiere 3

2) L. Trutnau - ungiftige Schlangen

3) R. Staszko, J.G. Walls - das große Buch der Kletternattern - bede Verlag

4) J.G. Walls - Kletternattern im Terrarium

Kornnatter:

1) W. Schmidt - Kornnattern

2) D. Schmidt - Erdnattern und Kornnattern

3) K. Kunz - die Kornnatter

4) J. G. Walls - Kornnattern im Terrarium - bede Verlag

5) P. Dietz, E.G. Schneider - Ihr Hobby Kornnattern - bede Verlag

6) P. Berg, G. Köhler - Kornnattern

Farb- und Zeichnungsvarianten:

1) M. Glaß - Kornnattern und ihre Farb- und Zeichnungsvarianten

2) R. Kreutz - Farb- und Zeichnungsstandart

Links

1) www.kornnatter.de
Die Kornnatternseite schlechthin. Wer sich mit Pantherophis beschäftigen will oder welche hält sollte auf dieser Seite gewesen sein.

2) www.cornsnakes.eu/
Alles zur Haltung, Zucht und zu Farb- und Zeichnungsvarianten.

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letzte Änderung
 
10.08.2010
Aktuelles
 
10.08.2010

Nach dem der Umzug fast
geschaft ist und alle Tiere
heil in der neuen Wohnung
sind, ist mal wieder Zeit die
Page zu aktualisieren.
Und es gibt von neuem Zuwachs
zu berichten. Durch einen eher
zufälligen, aber glücklichen
Umstand, sind wir an ein paar
sehr schöne Dendrobaten
Zuchtgruppen gelangt.
Neu im Bestand sind somit:

Dendrobates auratus "Ancon Hill"
Dendrobates tinctorius "Oyapok"
Epidobates tricolor (anthony)

Sobald ich dazu komme gibt es
auch ein paar Bilder.

22.03.2010

Die Suche nach einer Partnerin
für unser nasicus-Böckschen
hat gestern ein schnelles Ende
gefunden =). Da sie noch etwas
jünger ist werden wir sie erst mal
getrennt unterbringen bis ein
eine sichere Zusammenführung
möglich ist.

07.03.2010

Heute war mal wieder Börsentermin.
Wie immer waren wir sehr gespannt
... Wie immer sind wir mit dem festen
Vorhaben außer Futter nichts mit zu
nehmen hingegangen ... und wie
fast immer kam alles anders =)
... Das "Nichts" heißt Westliche
Hakennasennatter (Heterodon
nasicus nasicus) und ist ein
ca. 35 cm großes Böckchen.
 
online seit: 03.04.08
© David Nebel