Dendrobates leucomelas
unsere zwei Baumsteiger im Terrarium
Beschreibung:
Dendrobates leucomelas ist ein mittelgroßer Frosch aus dem Tinctorius-Komplex. Die Gesamtgröße der Tiere liegt zwischen 30-35mm ( in einigen Quellen ist sogar eine Rekordgröße von bis zu 40mm zu angegeben ). Die Tiere können bei sachgemäßer Pflege ein Alter von bis zu 10 Jahren im Terrarium erreichen.
Die Grundfarbe der Baumsteiger ist schwarz. Auf dieser befinden sich eine gelbe Streifenzeichnungen, die wiederum von mehr oder weniger großen schwarzen Punkten durchsetzt ist. Die Streifenzeichnung kann sogar so sehr aufgelöst sein, dass eine Art Netzzeichnung entsteht. Des Weiteren können die gelben Zeichnungselemente auch gelb-orange(vor allem bei Jungtieren) sein oder sogar ins grüne übergehen. Die Bauchseite der Tiere ist einfarbig schwarz.
Insgesamt besitzen die Frösche einen relativ stämmigen Körperbau. Obwohl die Dendrobaten kaum weite Sprünge machen, sind die hinteren Extremitäten deutlich kräftiger gebaut als die vorderen. Hinter- und Vorderfüße besitzen jeweils vier Zehen,wobei die zweite Zehe an den hinteren Füßen deutlich länger ist als die anderen. Am Ende der Zehen befindet sich jeweils eine Haftscheibe, die die Baumsteiger dazu befähigt, auch auf relativ glatten Materialien empor zu klettern.
Die Geschlechter sind nur schwer auseinander zu halten. Allgemein gilt zwar, das Weibchen etwas größer und fülliger sind als Männchen, aber wirklich sicher kann man sich erst sein, wenn man das Männchen beim Rufen beobachtet. Oder man hat das Glück, ein Pärchen bei der Eiablage und Befruchtung zu beobachten. Der Ruf der Männchen kann als ein relativ lautes und anhaltendes Trillern beschrieben werden. Eine Kostprobe gibt es auf dieser Seite zu finden. das Gift:
Um es vorweg zu nehmen: Die meisten Dendrobaten stellen im Terrarium keine größere Gefahr dar, als wie unsere heimischen Amphibien. Es handelt sich also, bis auf Wildtiere bestimmter Arten, um einen absolut harmlosen Terrarienpflegling. Nichts desto trotz sollte der direkte Umgang mit den Tieren weitestgehend auf das Nötigste reduziert werden. Entsprechende hygienische Vorkehrungen (Waschen der Hände nach Umgang mit dem Fröschen, nicht mit offenen Wunden im Terrarium hantieren, ...) sollten sowieso selbstverständlich sein.
Inzwischen ist wissenschaftlich nachgewiesen, das die Tiere zur Produktion ihres Giftes bestimmte Nahrungskomponenten benötigen. So verliert das Gift von Wildtieren, bei Haltung im Terrarium, schon nach einem halben Jahr deutlich an Konzentration. Bei Nachzuchttieren (und anderen wird man wohl als Hobbyhalter nicht begegnen) ist nur noch eine sehr geringe bis gar keine Giftmenge mehr nachweisbar.
Zu den giftigsten Tieren, im natürlichen Vorkommen, zählen Tiere der Gattung Phyllobates (P. terribilis, P. bicolor, P. aurotaenia). Sie besitzen das auch für den Menschen gefährliche Hautgift Batrachotoxin. Die Giftkomponenten der Pfeilgiftfrösche besitzen aber auch andere Komponenten wie Histrionicotoxin, Pumiliotoxin, Homobatrachotoxin und weitere Bestandteile.
Wer also mal im natürlichen Verbreitungsgebiet der Fröschchen unterwegs sein sollte müsste etwas mehr aufpassen, aber im Terrarium ist das Risiko gleich Null, wenn man die zuvor genannten Hinweise beachtet.
Vorkommen und Verbreitung:
Als Fundort von Dendrobates leucomelas ist Venezuela angegeben,aber auch in den benachbarten Ländern ( dem Norden Brasiliens, dem Osten Kolumbiens sowie dem Westen von Guyana) sollen die Tiere beheimatet sein.
Gefährdung und Schutzstatus:
Leider sind Dendrobates leucomelas in ihrem natürlichen Vorkommen stark gefährdet. Zu Recht sind sie deshalb im Washingtoner Artenschutzabkommen gelistet. Die Baumsteiger sind dort, wie übrigens alle Dendrobaten, unter Anhang II aufgeführt.
In Europa wird diesem Umstand durch Aufführung im Anhang B der Europäischen Artenschutzverordnung Rechnung getragen. Die aktuelle Bestandsliste,weiteres über das Washingtoner Artenschutzabkommen und die Europäische Artenschutzverordnung gibt es auf dercites-Homepage bzw. der Homepage des bfn zu sehen.
Für den zukünftigen Froschhalter bedeutet das, dass er sich beim Erwerb der Tiere um zwei Dinge kümmern muss:
Erstens muss er sicher gehen, das er vom Verkäufer alle notwendigen Dokumente (Cites - Bescheinigung, Meldebestätigung, Bescheinigung vom Züchter oder eventuelle Einfuhrdokumente) erhält (aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich sagen das das ein sehr wichtiger Punkt ist).
Zweitens müssen die Tiere mit diesen Dokumenten bei der zuständigen Landesbehörde gemeldet werden (eine Genehmigungspflicht besteht jedoch nicht). Jeder Zugang (Zukauf bzw. Nachzucht) und Abgang (Verkauf bzw. Tod) muss der Behörde umgehend angezeigt werden.
Für mehr Informationen zur rechtlichen Seite finden sich auf dieser Seite noch sehr ausführliche Hinweise.
Dendrobates leucomelas unsere zwei "Dicken"
Verhalten in der Natur:
Die Tiere kommen in der Natur in Höhen von 50-800m vor. Sie leben in tropischen Regenwäldern und halten sich dort bevorzugt an feuchten Stellen (Gras, Moos und den ausladenden Wurzelstämmen der Bäume) auf. Dendrobates leucomelas bevorzugt dabei eher die Bodenregionen und klettert nicht so hoch wie andere Dendrobaten. Die Tiere sind rein Tagaktiv, da sie auf Grund ihres Hautgiftes kaum natürliche Feinde zu fürchten haben.
Die Größe des Dendrobatenterrariums richtet sich nach dem geplanten Besatz. Für ein Pärchen ist eine Mindestgrundfläche von 1200cm² notwendig sowie eine nutzbare Höhe von mind. 25cm. Das bedeutet für diesen Fall: Richtgröße eines Terrariums 35cm*35cm*40cm. Für den Besatz mit einer Gruppe mit zwei Männchen und zwei bis drei Weibchen muss für jedes weitere Tier eine Grundfläche von 400cm² dazu gerechnet werden. Ein Terrarium mit den Maßen 50cm*50cm*50cm ist als Mindestgröße für eine Gruppenhaltung notwendig. Es darf natürlich auch größer sein, was den Tieren mehr Lebensraum bietet. Als Terrarien eignen sich am besten Glasbehälter, da es in diesen keine Probleme mit der Feuchtigkeit gibt. Im Handel sind sogar spezielle Baumsteiger-Terrarien (mit schräger Bodenscheibe zum Ablauf des Wassers) zu finden. Aber auch Styroporterrarien oder Holzterrarien sind bei entsprechender Versiegelung (mit Epoxydharz oder ungiftigem Holzlack) geeignet.
In der Gestaltung des Terrariums kann sich der zukünftige Dendrobatenhalter ordentlich austoben. Die Seitenwände und die Rückwand sollten mit Xanimplatten, Korkplatten und Kokosfasermatten beklebt oder auch mit Styropor und Bauschaum ausgestaltet werden. Wichtig ist nur, den Fröschen ein möglichst strukturiertes Terrarium mit vielen Kletter- und Versteckmöglichkeiten sowie verschiedenen Ebenen auf denen sie sich entfalten können, zu bieten.
Dem Bodengrund kommt ebenfalls eine große Bedeutung zu. Dieser muss die Feuchtigkeit im Terrarium aufrecht halten, darf aber nicht versumpfen. Geeignet ist eine 5-7cm hohe Drainageschicht aus Kies oder Blähton die mit Aquarienfließ abgedeckt wird, sodass sie sich nicht mit dem normalen Bodengrund vermischen kann. Als eigentlicher Bodengrund kommt dann ein Sand-Erde-Gemisch, Kokoshumos oder spezielle Terrarienerde (normale Blumenerde schimmelt zu schnell und die Düngerzusätze sind ungeeignet für die Tiere) zur Verwendung. Zum Schluss kann noch eine Schicht Moos oder Eichenlaub aufgebracht werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Bodengrund aus Torfziegeln in verschiedenen Höhen auf zu schichten. Dadurch kann man unterschiedliche Plateaus errichten, die zusätzlich das Kletterbedürfnis der Tiere befriedigen.
Ein weiterer wichtiger Einrichtungspunkt ist die Wasserstelle. Nun hängt es ganz vom Geschmack ab, wie man diese gestaltet. Wichtig ist nur, das sie nicht zu tief sein sollte, da die Dendrobaten schlechte Schwimmer sind. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten diese umzusetzen. Eine feste Wasserstelle lässt sich schon beim Bau des Terrariums mit einplanen und so gut ins Bild einfügen. Man sollte sich aber vorher Gedanken darüber machen, wie man in dieser das Wasser wechseln will, bzw. diese reinigen will. Eine seperate Schale als Wasserteil bietet den Vorteil, das man sie aus dem Terrarium herausnehmen kann und so besser reinigen und eventuell desinfizieren kann.
Um die Einrichtung zu komplettieren fehlen dann nur noch einige Kletter- und Versteckplätze. Dafür eignen sich Äste, Korkröhren, Wurzeln und halbierte Kokosnussschalen. Das gesamte Terrarium sollte außerdem reichlich mit Bromelien, Tillandsien, Orchideen, Farnen und Rankpflanzen bepflanzt werden. Die Pflanzen dienen den Tieren als Lebensraum und Schutz und dem Halter als Aufwertung des Terrariums (ein blühendes und gedeihendes Terrarium ist in jedem Zimmer ein Blickfang). Dabei muss man etwas Experimentierfreude mitbringen um herauszufinden, welche Pflanzen unter den klimatischen Bedingungen im Terrarium besonders gut gedeihen und welche nicht. Hilfreich ist es ein Pflanzenfachgeschäft zu finden, in dem man bezüglich der Haltungsbedingungen der Pflanzen beraten wird.
Tagsüber sollten die Temperaturen im Mittel bei 25°C liegen. Wobei ein Temperaturgradient von 22-30°C im Terrarium herrschen sollte, so das sich die Dendrobaten ihre Vorzugstemperatur suchen können. Nachts können die Werte auf 20-24°C fallen. Die Luftfeuchtigkeit sollte Tagsüber 70-80% betragen und nachts auf nahezu 100% steigen. Um diese Werte zu sichern, kann man sich einiger Hilfsmittel bedienen. So steigert fließendes Wasser aus einem Wasserfall oder Bachlauf die Feuchtigkeit, auch ein beheitzter Wasserteil ( um die 24°C ) kann gute Dienste leisten. Schlussendlich helfen auch automatische Regenanlagen und Vernebler, die mit einer Zeitschaltuhr gesteuert werden, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten.
A und O ist die Lüftung! Zu wenig Lüftung führt schnell zu Staunässe und Schimmelbildung und beides ist den Tieren nicht zuträglich. Bei zu großen Lüftungsflächen oder falsch angelegten Lüftungsflächen wird es aber unmöglich sein, die gewünschte Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.
Noch ein Hinweis: Bei den Terrarien für die Frösche (vor allem von Jungfröschen) ist penibel auf Ausbruchssicherheit zu achten. Nicht nur Futtertiere können durch den Spalt zwischen den Terrarienscheiben entweichen, sondern auch die Frösche. So kam es, das unsere zwei Leucomelas am zweiten Tag in unserer Obhut im Wohnzimmer auf dem Fußboden spazieren gingen. Glücklicherweise merkten wir es rechtzeitig ,da sonst die Überlebenschance der Tiere nicht alzu groß gewesen wäre.
Beleuchtung:
Sie dient:
1) den geregelten Tag-Nacht-Rhythmus fest zu legen 2) Versorgen der Tiere mit Wärme und UV-Licht 3) Förderung des Pflanzenwachstums
Für die Grundbeleuchtung des Terrariums eignen sich Leuchtstoffröhren. Dabei gibt es verschiedene Arten ( von Planzenbewuchs fördernden bis hin zu UV-Licht abstrahlenden ). Im Terrarium sollte eine Kombination dieser Röhren verwendet werden. Ein "zuviel" an Beleuchtung gibt es eigentlich nicht. Deshalb sollten für ein 50*50*50 Becken mind. 2-3 Röhren mit möglichst tageslichtähnlichem Spektrum verwendet werden. Zu beachten ist das die Röhren mit UV-Anteil über der Lüftung oder im Terrarium angebracht werden da Glas einen Großteil des UV-Lichtes herausfiltert.
Zur Erwärmung des gesamten Terrariums, und als lokale Wärmequellen, können Spotstrahler (25W oder 50W) oder kleine Halogenstrahler verwendet werden. Dabei ist zu beachten das diese nicht zu nah an den Scheiben montiert sind, um ein Reißen der Scheibe zu vermeiden.
Die Beleuchtung ist täglich 12-14h in Betrieb, wobei die Röhren und Spots mit Zeitschaltuhren versetzt eingeschaltet und ausgeschaltet werden, um einen Tagesrythmus zu simulieren. Dabei werden die Spots als Letzte zu und als Erste abgeschaltet.
Vergesellschaftung:
Dendrobates leucomelas kann als Paar oder in einer Gruppe mit zwei Männchen und drei Weibchen gehalten werden. Je mehr Tiere, desto größer und strukturierter muss aber das Terrarium sein, damit sich die Tiere auch aus dem Weg gehen können. Als Faustregel gilt: Für jedes Tier sollte mind. ein Versteckplatz vorhanden sein.
Eine Vergesellschaftung unterschiedlicher Baumsteiger kann prinzipiell ohne Schwierigkeiten gelingen, da diese meist dieselben Ansprüche haben. Eine solche Gesellschaftshaltung habe ich auch schon in mehreren Fällen gesehen. Da aber eine Kreuzung der Arten untereinander nicht ausgeschlossen werden kann, (insbesondere mit D.auratus und D.tinctorius) sind derartige Experimente nicht zu befürworten. Da die Lage der Pfeilgiftfrösche in der Natur sehr angespannt ist, sollten man sein Möglichstes tun, die Tiere im Terrarium Artrein zu erhalten und den Bestand der Art so zu sichern.
Die Gesellschaftshaltung mit nicht zu großen Baumbewohnenden Echsen ist hingegen schon mehrfach erfolgreich umgesetzt worden. Vorraussetzung ist eine Art, mit den selben Haltungsansprüchen wie die Frösche.
Wir haben zurzeit ein Gesellschaftsbecken, in dem die Dendrobaten gemeinsam mit Anolis carolinensis leben. Beide Arten nehmen auf Grund der unterschiedlichen Regionen, die sie im Terrarium für sich beanspruchen, kaum Notiz voneinander. Das Gesellschaftsbecken läuft bis jetzt ohne irgendwelche erkennbaren Probleme, weder für die Frösche noch für die Anolis. Eine Gemeinschaftshaltung der Frösche mit kleinen Phelsumen (Taggeckos) ist ebenfalls möglich. So hatten wir zeitweise auch ein Phelsuma ornata Weibchen mit im Terrarium, für die dieselbe Aussage wie für die Anolis gilt.
Dentrobates leucomelas Einer unserer Baumsteiger auf der Suche nach Futter
Winterruhe:
Da die Dentrobaten in tropischen Regionen zu Hause sind, ist eine Winterruhe natürlich nicht notwendig. Allerdings kann im Winter über drei Monate hinweg die Temperatur leicht um 2-3°C gesenkt werden und die Beleuchtungsdauer um 1-2h reduziert werden. Im Sommer kann eine Regenzeit simuliert werden, in dem öfter gesprüht wird bzw. die Regenanlage länger und öfter läuft. Das kann für die Baumsteiger eine Art Stimulation für die Paarung sein, da sie in der Natur zwar keine Warm/Kalt Perioden wie in unseren Breitengraden durchleben,aber die Jahreszeiten sich in den Niederschlagsmengen durchaus unterscheiden.
Vermehrung:
Leider hatten wir noch nicht das Glück, die Tiere bei der Paarung und Vermehrung beobachten zu können. Vermutlich handelt es sich bei unseren zwei Dendrobaten um zwei Weibchen. Wir versuchen aber in Zukunft in dieser Hinsicht noch aktiv zu werden und eine passende Gruppe zusammenzustellen.
In der Literatur und den Berichten anderer Halter sind jede Menge Daten zur Fortpflanzung der Tiere zu finden.
Einen kurzen Abriss davon will ich hier wiedergeben.
Der Beginn der Paarungszeit ist deutlich am Trällern der Männchen zu hören. Diese versuchen von ihren Verstecken aus, Weibchen anzulocken. Parallel dazu kommt es auch vermehrt zu Revierstreitigkeiten zwischen den Männchen und Teils auch zwischen den Weibchen. Hat sich ein Pärchen erfolgreich gefunden, suchen sie einen geeigneten Platz zur Eiablage. Dazu werden leicht feuchte Versteckplätze (im Terrarium z.B. halbierte Kokosnussschale auf einem Blumenuntersetzer) genutzt.
Ist die Befruchtung erfolgt, verlassen beide Tiere das Gelege erst einmal. Dann beginnt das interessante Brutverhalten der Baumsteiger. Das Männchen sorgt in den nächsten Tagen, bis zum Schlupf der Kaulquappen nach ca. 12-18 Tagen, dafür, das das Gelege nicht austrocknet. Sind die Quappen geschlüpft, trägt er diese auf seinem Rücken zu einer geeigneten Wasseransammlung. Das können wassergefüllte Bromelientrichter oder auch ein flacher Wasserteil sein.
Denrobates leucomelas
Jungtiere ca. 2 Wochen nach der Metamorphose
Von diesem Zeitpunkt an sind die Quappen auf sich allein gestellt. Sie ernähren sich jetzt von Algen (als Ersatz kann bei der Aufzucht Fischfutter zur Verwendung kommen) und Kleinstinsekten. Nach Möglichkeit sollten die Kaulquappen dem Terrarium entnommen und einzeln aufgezogen werden, da Kannibalismus unter den Tieren vorkommen kann. Bis zur Umwandlung der Kaulquappen zu fertigen Fröschen vergehen 2-3 Monate. Erste Anzeichen sind das Durchbrechen der hinteren Extremitäten und später der vorderen.
Spätestens jetzt muss man den Tieren eine Ausstiegshilfe aus dem Wasserteil bieten.
Das größte Problem bei der Aufzucht der Dendrobaden ist das Phänomen der Streichholzbeinchen. Dabei kommt es beim Durchbrechen der vorderen Extremitäten dazu, dass diese entweder nur teilweiße oder gar nicht entwickelt sind. Die Überlebenschancen der so behinderten Jungfrösche sind gleich Null. Eine Ursache für das Problem ist, meines Wissens, noch nicht gefunden worden. Haben die kleinen Frösche aber die Umwandlung ohne Probleme überstanden, ist die weitere Aufzucht kein Problem. Man kann die Frösche gemeinsam in einem kleinen, dem Elternterrarium nachempfundenen, Terrarium als Gruppe halten. Sie können am Anfang mit Springschwänzen und kleinen Fruchtfliege ernährt werden. Mit wachsender Größe können dann auch kleine Grillen und Heimchen zum Speißeplan dazu kommen. Mit ca. 12-18 Monaten tritt die Geschlechtsreife ein und man kann wieder entsprechende Zuchtgruppen zusammenstellen.
Ernährung:
Als Hauptfutter der Adultis dienen Fruchtfliegen (die große und die kleine Variante) und Springschwänze. Beide lassen sich mit wenig Aufwand auch selbst züchten. Weiterhin können, für die Abwechslung, auch Mikro-Heimchen, frisch geschlüpfte Grillen, Ofenfischchen und kleine Asseln verfüttert werden. Das Futter sollte in regelmäßigen Abständen mit Vitaminpulver (wir nutzen Korvimin ZVT – erhältlich beim reptilienkundigen Tierarzt) aufgewertet werden. Gefüttert wird im Abstand von zwei bis drei Tagen, wobei es immer so viel Futter gibt, wie die Tiere an einem Tag vertilgen können. Gerade bei Fliegen lässt es sich aber nicht vermeiden, das diese sich im Terrarium verteilen, sodass immer ein kleiner Happen für die Dendrobaten zu finden ist.
Dendrobates leucomelas
Einer der Frösche an seinem Versteckplatz
Verhalten im Terrarium:
Wie oben bereits beschrieben, halten wir unserer zwei Exemplare, die vermutlich zwei Weibchen sind, zusammen mit Rotkehlanolis in einem großen Gemeinschaftsterrarium. Probleme der Dendrobaten untereinander oder der Frösche mit den Anolis konnten wir bisher nicht beobachten.
Die Aktivitätsperiode der Dendrobaten beginnt früh, nach dem die Regenanlage des erste Mal in Betrieb war. Dann verlassen sie ihre Verstecke und Ruheplätze und durchstreifen das Terrarium aktiv auf der Suche nach Futter. Die zwei sind dabei richtige Nimmersatte und fressen alles an Kleinfutter, was ihnen vor die Nase kommt (also Vorsicht, die Tiere kann man durch aus überfüttern). Sie haben auch gelernt Futterplätze zu akzeptieren. So wissen sie inzwischen sehr genau, wo am besten Beute zu machen ist.
Der bevorzugte Bereich im Terrarium ist der Boden. Es werden aber auch Plätze auf den mittleren Ebenen des Terrariums genutzt. Dabei sind die Frösche sehr geschickte und behände Kletterer. Unsere zwei sind eigentlich den ganzen Tag, bis ungefähr zwei Stunden bevor das Licht ausgeht, im Terrarium unterwegs.
Die Tiere verhalten sich dabei wenig scheu. Wenn man sie nicht massiv stört, halten sich das Fluchtverhalten und das Aufsuchen der Versteckplätze am Tag in Grenzen. Man hat damit den ganzen Tag die Möglichkeit, die Dendrobaten bei ihren Aktivitäten zu beobachten. Die Nächte verbringen die Tiere in extra dafür aufgestellten Kokosnusshälften, die die Frösche sofort als Verstecke akzeptiert haben.
Erwerb:
Da Dendrobates leucomelas „nur“ im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet ist, sind beschränkte Exporte der Tiere unter Aufsicht der Behörden möglich. Ob Tiere tatsächlich nach Deutschland importiert werden und im Handel auftauchen kann ich nicht sagen. Sicher ist aber, das Terrariennachzuchten deutlich besser geeignet sind, als Wildfänge (vor allem für Anfänger in der Pfeilgiftfroschhaltung).
Die Vorteile der Nachzuchten liegen darin begründet das:
1) ihr Allgemeinzustand sowie gesundheitlicher Zustand meist deutlich besser ist
2) Sie das Leben im Terrarium gewohnt sind und damit weniger Schwierigkeiten in der Eingewöhnung zu erwarten sind.
3) die natürlichen Vorkommen der Art damit geschont werden
Da die Art eine der meist gehaltenen und auch meist gezüchteten ist, sollte es mit etwas Bemühungen möglich sein, Züchter ausfindig zu machen und Nachzuchten zu erwerben. Anzeigen in Terrarienzeitschriften (der DGHT, oder des NTV) und das Internet, bieten gute Möglichkeiten um Nachzuchten oder Züchter zu finden. Auch auf diversen Börsen werden die Tiere immer wieder mal angeboten, man sollte sich die Tiere aber genau ansehen und dem Verkäufer auf den Zahn fühlen.
Nicht oft (und deutlich) genug kann ich betonen, wie wichtig es ist beim Kauf darauf zu achten, das man alle notwendigen Papiere ausgehändigt bekommt. Dazu gehören: Meldebestätigung der Tiere, Einfuhrpapiere und CITES-Bescheinigung (wenn es Importtiere sind), Bescheinigung des Züchters und Kaufbescheinigung. Aus den Papieren muss mind. die genaue Art (Deutscher und Lateinische Name), möglichst das Geschlecht und die genaue Herkunft (Name und Adresse des Züchters) hervorgehen. Folgt man dem Hinweis nicht, kann es nicht nur zu Rennerei und Problemen mit der Anmeldung der Tiere kommen, sondern im Extremfall, kann die Behörde die Tiere auch einziehen und anderweitig in Pflege geben. Die Tiere nicht anzumelden, um den Behördenstress zu vermeiden, ist übrigens auch eine sehr dumme Idee, die einem sehr teuer zu stehen kommen kann. Wenn man alle Papiere ordnungsgemäß besitzt, ist die Anmeldung in der Regel auch kein Problem und man hat nichts von den Behörden zu fürchten.
Fazit:
Dendrobates leucomelas gehört ganz sicher (so wie die meisten Baumsteiger) in einem reichlich bepflanzten und gut eingerichtetem Terrarium zu den Juwelen der Terraristik. Die Tiere sind relativ leicht zu halten und ihre Ansprüche ohne Probleme um zu setzen. So kann ich die Haltung jedem engagierten Einsteiger, und jedem erfahrenen Halter sowieso, empfehlen. Einzig zur Nachzucht braucht es etwas mehr Fingerspitzengefühl, Glück, Geduld und Zeit. Trotzdem zählt der gelbgebänderte Baumsteiger zu den relativ einfach zu vermehrenden und einfach zu haltenden Dendrobaten. Wer also den etwas höheren Preis für die Tiere und das Terrarium (besonders die Pflanzen können ganz schön ins Geld gehen) nicht scheut, hat die perfekten Tiere, um auch Nicht-Terrarien-Enthusiasten für sein Hobby zu begeistern.
Literatur:
Die nachstehende Liste nimmt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist mehr als erster Anhaltspunkt für die Literatursuche gedacht.
Buch Nr.1 ist ein Standartwerk der Terraristik. Es beinhaltet alles wissenswerte über Amphibien und einen großen Artenteil. Wer sein Hobby über lange Zeit pflegen will, sollte den etwas höheren Preis verschmerzen können und sich dieses wirklich empfehlenswerte Buch besorgen.
Die Bücher 2-7 sind Allesamt zu erschwinglichen Preisen zu haben und zur Einführung in die Thematik Pfeilgiftfrösche gedacht.
Nr. 8 ist nicht nur das teuerste sondern auch das umfangreichste Buch. Es muss aber jeder für sich selbst wissen, wie viel ihm sein Hobby wert ist ... aber wer mehrere hundert Euro für Terrarium und Tiere ausgibt ,sollte sich überlegen ob das Buch nicht auch noch möglich ist.
Die Ausgebe 3 der Terrarienzeitschrift Draco beschäftigte sich ausführlich mit den Baumsteigern. Das Heft ist zwar vergriffen, aber mit etwas Geduld kann man es noch bei e**y und Co. erstehen.
Die Terraristik Zeitschriften vom Natur und Tier Verlag sind aber allesamt immer sehr interessant und meiner Meinung nach, jedem Halter von Reptilien, Amphibien und Wirbellosen zu empfehlen. Also rein schauen lohnt sich.
Links:
Nachfolgend ein paar Seiten zum Thema Dendrobaten und Co. die sehr interessant sind,die Reihenfolge soll keine Wertung dartsellen und ist rein zufällig.
2) www.dendrobatenwelt.de
Eine sehr aufwendig und hübsch gemachte Seite über Pfeilgiftfrösche mit vielen Arten, (sehr schöne Bilder und dazu Beschreibungen) sowie Pflanzen, Futtertiere, .....
3) www.poison-frogs.nl
Wer sich vor der englischen Sprache nicht fürchtet, sollte alleine wegen des mehr als gelungenen Vivariums mal reinschauen.
Hat euch der Besuch gefallen, gibt es Meinungen zur Seite oder derem Inhalt??? Dann verewigt euch doch bitte im Gästebuch =)
letzte Änderung
07.03.2010
Aktuelles
07.03.2010
Heute war mal wieder Börsentermin.
Wie immer waren wir sehr gespannt
... Wie immer sind wir mit dem festen
Vorhaben außer Futter nichts mit zu
nehmen hingegangen ... und wie
fast immer kam alles anders =)
... Das "Nichts" heißt Westliche
Hakennasennatter (Heterodon
nasicus nasicus) und ist ein
ca. 35 cm großes Böckchen.