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Wissenschaftlicher Name:
Anolis carolinensis
Trivialname:
Rotkehlanolis

Anolis carolinensis
unser Rotkehlanolisweibchen Narya
Beschreibung:
Anolis carolinensis gehört zu den kleinen bis mittelgroßen Anolisarten. Männliche Tiere weisen eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 7cm, weibliche von bis zu 5,5cm auf. Der Schwanz kann bis zu 2/3 der Gesamtlänge ausmachen. Damit ergibt sich eine Gesamtlänge von maximal 20cm für männliche Tiere und von maximal 16cm für weibliche. Die Lebenserwartung von Rotkehlanolis beträgt bei ordentlicher Haltung bis zu 10 Jahren.
Der Rotkehlanolis ist ein schlankes Tier, mit einem flachen und deutlich vom Körper abgesetztem Kopf. Die Grundfarbe dieser Anolisart schwankt zwischen Grün und verschiedenen Brauntönen. Dabei muss die Färbung nicht einheitlich sein, sondern kann auch gefleckt wirken. Die Anolis sind zu Farbwechseln im Bereich der genannten Farben fähig. Die Grüntöne herrschen besonders im Ruhezustand, wenn sich sie sicher fühlen, vor. Insbesondere nachts, wenn die Tiere schlafen, sind sie intensiv Grün gefärbt. Unter Stress nehmen sie besonders dunkle Brauntöne an. Die Körperunterseite und die Region um das Maul sind einheitlich weiß gefärbt. Den Rücken ziert ein weißes Zick-Zack-Band, das mehr oder weniger ausgeprägt sein kann. Dieses tritt insbesondere bei Weibchen stärker hervor.
Der Name Saumfinger, der ebenfalls für Anolis geläufig ist , rührt von einer Besonderheit der Zehen her. Diese sind mit kräftigen Krallen und mit Haftlamellen bestückt. Das befähigt die Anolis zur Fortbewegung auf fast jedem Untergrund und macht sie zu ausgezeichneten Kletterern.
Eine weitere Besonderheit ist, dass die Tiere wie Chamäleons dazu befähigt sind, ihre Augen separat zu bewegen. Dieser Umstand und ihr Farbwechselvermögen haben ihnen den Spitznamen "amerikanische Chamäleons" eingebracht.
Beide Geschlechter besitzen eine leuchtend rote Kehlfahne, mit teils weißen Schuppen. Diese dient zum Einen Werbezwecken( während der Fortpflanzungsperiode ), aber auch als Imponiergehabe in Revier- und Rangstreitigkeiten.
Die Geschlechter sind bei den Adultis leicht zu unterscheiden. Die Männchen deutlich größer und stämmiger gebaut, besonders der Kopf setzt sich deutlicher vom Rest des Körpers ab, auch ist die Kehlfahne beim Männchen deutlich größer (meist größer als der Kopf) und haben die Männchen am Schwanzansatz deutlich verdickte Hemispenistaschen die leicht zu erkennen sind. Und zu guter Letzt besitzen die Männchen einen Dorsalkamm der ebenfalls Werbezwecken dient. Dieser ist aber nicht immer zu sehen, sondern nur, wenn das Männchen mit Imponiergehabe zwecks Fortpflanzung oder Revierverteidigung beschäftigt ist.

Anolis carolinensis
Aragorn das Männchen(rechts) und Eowen das Weibchen(links)
Vorkommen und Verbreitung:
Anolis carolinensis kommt im Süd-Osten der Vereinigten Staaten und im Norden-Osten Mexikos vor. Auf Hawaii und Kuba sind ebenfalls Populationen bekannt, die wahrscheinlich auf Verschleppung zurückzuführen sind.
Gefährdung und Schutzstatus:
Anolis carolinensis ist zurzeit nicht besonders geschützt (Die aktuelle Bestandsliste und weiteres über das Washingtoner Artenschutzabkommen gibt es auf der cites -Homepage bzw. der Homepage des bfn zu finden).
Verhalten in der Natur:
Rotkehlanolis sind vorwiegend abricole (baumlebende) Tiere. Sie bevorzugen in der Natur niedrige Bäume oder Büsche als Lebensraum. Ihr Hauptvorkommen ist in immergrünen subtropischen Wäldern. Auf Grund ihres hohen Maßes an Anpassungsfähigkeit, können sie aber auch andere, weniger geeignete Lebensräume besiedeln. So sind sie auch in offenen Graßsteppen mit nur wenigen Bäumen oder in von Menschen besiedelten Gebieten an Zaunspfählen oder Strommasten zu finden. Sie können also bedingt als Kulturfolger gesehen werden. Vorraussetzung für die Besiedlung durch Anolis carolinensis ist, dass das Gebiet frostfrei ist. Lange Frostperioden können die Tiere nicht überdauern.
Die tagaktiven Tiere verbringen den Tag auf einem möglichst guten Aussichtsplatz an ihrem Baum. Von dort aus halten sie Ausschau nach Futter, Geschlechtspartnern, anderen Anolis die ihnen das Revier streitig machen könnten und nach Fressfeinden. Die natürlichen Feinde des Rotkehlanolis sind vorwiegend Vögel und andere größere Echsen. Die Nacht verbringen die Anolis auf dünnen Ästen und Blättern. So bekommen sie jede Bewegung, die durch Fressfeinde verursacht werden könnten mit und können bei Gefahr schnell flüchten.
Haltung im Terrarium:
Hier geht es zur Bastelanleitung für unser Terrarium.
Die Mindestgröße des Terrariums sollte sich nach dem Gutachten zu Haltung von Terrarientieren richten. Demnach sollte die Mindestgröße des Terrariums das 6*6*8-fache der Kopf-Rumpf-Länge betragen. Bei einem Pärchen von max. 7cm Kopf-Rumpf-Länge bedeutet das, ein Terrarium mit den Maßen 42cm*42cm*56cm, sowie 25% mehr Grundfläche für jedes weitere Tier. Da aber selbst die Weibchen sehr Territorial sein können, empfiehlt es sich, die Grundfläche wenigstens 80cm*60cm zu wählen. Die Mindesthöhe für die vorwiegend baumbewohnenden Tiere würde ich bei 80cm festlegen, wobei mehr nie schadet.
Als Terrarien eignen sich insbesondere Glasbehälter, da diese bei der hohen Luftfeuchtigkeit keine Probleme bereiten. Mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen (Versiegelung mit Epoxydharz bzw. ungiftigen Lacken) können aber auch Holz- bzw. Styroporterrarien zum Einsatz kommen.
Besondere Beachtung kommt noch der Lüftung des Terrariums zu. Bei zu geringer Belüftung kann sich im Terrarium Staunässe bilden, was die Schimmelbildung fördert und auch den Tieren nicht sonderlich gut bekommt. Bei zu viel Belüftung hingegen kann es sein, das die benötigten Werte für die Luftfeuchte nicht dauerhaft gehalten werden können.
Die Rück- und Seitenwände sollten auf jeden Fall gestaltet werden, um den Tieren ausreichend Kletter- und Versteckmöglichkeiten zu bieten. Dafür kommen Rückwände aus Styropor, aus Bauschaum oder mit Kork beklebte Rückwände in Frage. Die Rückwand in unserem Terra wurde mit Bauschaum gestaltet und anschließend mit ungiftiger Sprühfarbe eingefärbt.
Als weitere Klettermöglichkeiten müssen unbedingt viele unterschiedliche Äste im Terrarium angebracht werden. Die Durchmesser der Kletteräste sollten von 4cm bis zu wenigen Millimeter (werden gerne als Schlafplätze angenommen) reichen.
Weiterhin sollten Pflanzen als Sichtschutz und Kletter- bzw. Schlafplatz im Terrarium zu finden sein. Als günstig und hinreichend robust haben sich bei uns diverse Bromelien und Efeutute (Epipremnum pinnatum) bewährt.
Dem Bodengrund kommt vor allem die Aufgabe als Feuchtigkeitsspeicher zu. Dafür eignen sich Sand-Lehm-Gemische, Kokoshumos oder Terrarienerde (Blumenerde schimmelt zu schnell und ist auch mit zugesetzten Düngemitteln für die Tiere ungeeignet). Als Drainageschicht kann Kies oder Blähton Verwendung finden. Sehr gut als Feuchtigkeitsspeicher geeignet ist auch eine Schicht Terrarienmoos über der Erdeschicht, dieses hält die Feuchtigkeit sehr lange und ist außerdem optisch attraktiver. Die Mindesttiefe des Bodengrundes sollte 8-10cm betragen, damit die Weibchen eine gute Möglichkeit zur Eiablage vorfinden.
Eine Schale mit frischem Wasser sollte obligatorisch immer zur Einrichtung gehören. Auch wenn die Tiere meistens das Wasser welches versprüht wird aufnehmen, ist nicht ganz auszuschließen, dass sie auch andere Feuchtigkeitsquellen nutzen.
Die Grundtemperatur im Terrarium sollte um die 24°C liegen, wobei insgesamt ein Temperaturgradient von 22-28°C herrschen sollte.
An zwei bis drei exponierten Plätzen sollten durch Spotstrahler Temperaturen von 35-40°C (zum Aufwärmen für die Tiere) herrschen. In der Nacht können die Werte auf Zimmertemperatur(20°C) fallen. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei ca. 60% liegen und darf nachts leicht ansteigen(80%). Diese Werte kann man durch tägliches Versprühen von Wasser mit einer Blumenspritze, aber auch durch Technik (Vernebler, Regenanlagen) erreichen.

Anolis Carolinensis
Aragorn, der König im Revier .
Beleuchtung:
Als Grundbeleuchtung für das Terrarium eignen sich HQI-Strahler (besitzen eine sehr hohe Lichtausbeute) oder Leuchtstoffröhren. Je nach Größe des Terrariums sollten es ein bis zwei HQI(70W) sein oder 4-6 Leuchtstoffröhren, da die Tiere sehr Lichtbedürftig sind. Eine Lichtquelle mit UV-Anteilen ist für die optimale Haltung zu empfehlen. Dafür gibt es im Terrarienhandel diverse Röhren und Energiesparlampen zu kaufen. Man muss beachten, dass die Röhren, die im Terra angebracht werden (Glas filtert einen großen Teil des UV Lichtes herraus)in nicht zu großem Abstand zu den Tieren (der Bereich der effektiven UV-Strahlung liegt meist unter 30cm)angebracht werden dürfen.
Als Wärmequellen für die Anolis eignen sich Spotstrahler. Je nach Entfernung zum den Tieren von 25W bis 100W. Um Verbrennungen zu vermeiden dürfen die Lampen nur so angebracht werden dass sie von Tieren nicht direkt erreichbar sind.
Die Beleuchtung ist im Sommer ca. 14h aktiv und kann zum Winter hin schrittweise auf bis zu 8h runtergefahren werden.
Vergesellschaftung:
Anolis carolinensis sollte, bei entsprechender Beckengröße, mit einem Männchen und zwei bis drei Weibchen gehalten werden. Bei mehreren Weibchen verteilt sich der Paarungsdruck des Männchens besser. Es ist aber darauf zu achten das auch die Weibchen untereinander eine Hackordnung ausmachen. Besonders bei der Fütterung ist also sicher zu stellen, dass alle Tiere genügend Futter
ab bekommen (mehrere Futterplätze anbieten).
Die Haltung von der Anolis mit anderen Arten gleicher Ansprüche ist bei uns schon zweimal erprobt worden.
Wir hielten eine zeitlang Anolis carolinensis zusammen mit einem Weibchen von Phelsuma ornata (Ornament Taggecko).
Da das Terrarium dafür ausreichend groß war, nahmen die Tiere kaum Notiz von einander und die Gemeinschaftshaltung funktionierte ausgezeichnet.
Aktuell halten wir neben den Anolis zwei Dendrobates leucomelas (Gelbgebänderter Baumsteiger) gemeinsam im Terrarium. Diese Art der Vergesellschaftung haben wir uns von diversen Zoos abgeschaut und funktioniert auch bei uns Bestens. Da die Tiere von Haus aus unterschiedliche Regionen des Terrariums besiedeln(Anolis im oberen Bereich, die Frösche am Boden), begegnen sie sich so gut wie nie. Die Klimabedingungen sind bei uns für beide Arten an ihren bevorzugten Plätzen optimal. Irgendwelche Arten von Rivalität, Futterneid oder sonstigen Problemen konnten nicht beobachtet werden, sodass ich die Vergesellschaftung(trotz der unterschiedlichen Herkunftsregionen) durchaus empfehlen kann.
Winterruhe:
Einen direkten Winterschlaf legen die Tiere nicht ein. Es kann aber im Winter die Beleuchtungszeit reduziert werden(siehe Beleuchtung) und damit eine Reduzierung der Temperaturen auf 18-20°C erfolgen. Die Tiere werden dann sichtlich träger und fressen nur noch wenig bis gar nicht. Diesen Zustand kann man zwischen 1-3 Monaten beibehalten, um dann die Temperaturen und das Licht wieder schrittweiße an zu heben. Dabei sind die Tiere ständig zu Beobachten das sie nicht zu stark abmagern (bei Bedarf die Winterruhe schon eher abbrechen). Kranke oder geschwächte Tiere dürfen auf keinen Fall in Winterruhe geschickt werden. Nur bei gesunden und kräftigen Tieren ist eine Winterruhe empfehlenswert und der Gesundheit förderlich.
Vermehrung:
Nach einer durchgeführten Winterpause wird das Männchen schon bald damit anfangen, seine Weibchen zu jagen und ihnen zu imponieren. Den Beginn der Paarungsphase kann man eigentlich nicht verpassen, da die Jagden des Männchens durch das Terrarium kaum zu überhören sind. Mit etwas Glück kann man das Männchen in grüner Prachtfärbung mit aufgestelltem Nackenkamm und ausgefahrener Kehlfahne beim intensiven Werben der Weibchen beobachten. Das Männchen nähert sich mit intensiven Nickbewegungen langsam dem Weibchen. Wenn es nah genug dran ist versucht es dem Weibchen in den Nacken zu beißen um es so festzuhalten. Gelingt dies nicht, verfolgt er das Weibchen durch das Terrarium. Hat er es allerdings richtig zu fassen bekommen, schiebt er seinen Schwanz unter den des Weibchens um seinen Hemipenis in die Kloake des Weibchens einzuführen.
Bei erfolgreicher Verpaarung vergräbt das Weibchen nach zwei bis drei Wochen ein Ei (selten zwei). Die Fortpflanzungszeit zieht sich über das ganze Jahr (außer während der Winterruhe). So sind bis zu 5 Gelege im Jahr möglich. Die Eier können, wenn man die Ablage mit bekommt und die Eier findet, in einen Inkubator überführt werden. Dabei dürfen diese nicht in ihrer Position verändert (gedreht) werden, da dies zum Absterben des Embryos führen kann. Im Inkubator werden diese bei 25-30°C (die Literaturangaben dies bezüglich schwanken sehr) und 90-100% Luftfeuchte inkubiert. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur zwischen 35 und 70 Tagen.
Eier, die im Terrarium belassen werden, können aber unter optimalen Bedingungen auch dort zum Schlupf gelangen. Dann sollte man die gefundenen Jungtiere aber von den Eltern separieren und einzeln bzw. in kleinen Gruppen aufziehen. Die Jungtiere können so lange in kleinen Gruppen gehalten werden, bis die Geschlechter deutlich zu erkennen sind. So bald es zu ersten Rangkämpfen bzw. Streitereien unter einzelnen Tieren kommt, müssen diese getrennt werden. Beim Eintritt der Geschlechtsreife (nach ca. einem Jahr) können dann wieder geeignete Zuchtgruppen zusammengestellt und gemeinsam gehalten werden.

Anolis carolinensis
Narya, unser zweites Weibchen klettert auf ihren Schlafplatz
Ernährung:
Rotkehlanolis sind gute und gierige Fresser. Bei mehreren Tieren ist also sehr darauf zu achten, dass alle genügend Futter abbekommen. Gefüttert werden kann alles an lebender Nahrung, was ins Maul passt. Von Heimchen, Grillen, Heuschrecken( natürlich in geeigneter Größe), Mehlwürmer, Fruchtfliegen, Stubenfliegen bis zu Wachsmotten, wird alles angenommen. Dies bietet die Möglichkeit, einer abwechslungsreichen und gesunden Fütterung. Grillen und Schrecken sollten vor der Verfütterung in einer speziellen Heimchenbox angefüttert werden, um optimales Futter darzustellen. Mehlwürmer sind besonders reichhaltig und sollten deshalb seltener verfüttert werden, obwohl sie von meinen Tieren besonders gern angenommen werden. Fliegen sind zwar nicht so nahrhaft wie die anderen Arten von Futter, bieten aber den Vorteil, dass der Jagd- bzw. Lauerinstinkt der Tiere geweckt wird und so zusätzlich Bewegung in den Tagesablauf kommt. Alle Futtertiere sollten regelmäßig mit Vitaminpulver (Korvimin-ZVT - erhältlich beim Tierarzt) und Kalziumpulver (besonders bei Trächtigkeit der Weibchen) aufgewertet werden. Die Fütterungsintervalle betragen zwischen 2-3 Tagen,so dass 3-4 mal die Woche gefüttert wird. Der beste Zeitpunkt zum Füttern ist die Mittagszeit, wenn die Tiere sich optimal aufgewärmt haben und ihrer Aktivitätszeit auf ihrem Höhepunkt ist, spätestens jedoch zwei Stunden vor dem Abschalten der Beleuchtung.
Häutung:
In regelmäßigen Abständen müssen die Anolis "aus der Haut fahren" ,da diese beim Wachstumsprozess nicht mit wächst. Die Rotkehlanolis fressen die alte Haut beim Häutungsvorgang gleich wieder (Nutzung aller Ressourcen), so das nur sehr selten Häutungsreste im Terrarium zu finden sein werden. In regelmäßigen Abständen sollte man aber kontrollieren, dass sich die Tiere vollständig gehäutet haben und keine Reste mehr an Schwanz oder Extremitäten zu finden sind. Werden diese nicht mit entfernt, kann es zum Absterben der betreffenden Körperteile kommen.
Treten Schwierigkeiten bei der Häutung auf, sollte man als erstes die Haltungsbedingungen (Luftfeuchte, Temperatur) prüfen. Als Häutungshilfe können die Anolis auch in eine Box mit feuchtem Küchenpapier überführt werden. Häuten sie sich dann immer noch nicht ordentlich, muss man vorsichtig die Hautreste mit einer Pinzette abzupfen.
Bei dauerhaften Problemen hilft dann nur der Weg zum reptilienkundigen Tierarzt.
Anolis carolinensis
Eines der Weibchen bei der Häutung
Verhalten im Terrarium:
Spätestens eine Stunde nach Inbetriebnahme der Beleuchtung gibt es erste Bewegungen im Terrarium. Als erstes suchen die Anolis nach einem geeigneten Platz um sich auf "Betriebstemperatur" zu bringen. Sind sie entsprechend aufgeheizt, beginnen sie mit ihrer alltäglichen Routine. Das Männchen sucht sich einen exponierten Platz aus, von dem er sein Revier im Blick hat. Ist ein paarungsbereites Weibchen oder Futter im Blickfeld, kann es aber ganz plötzlich betriebsam werden. Die Weibchen sind deutlich mehr unterwegs. Sie wechseln oft die Sitzposition und durchstreifen das Terrarium auf der Suche nach Futter. Begegnen sich dabei zwei Weibchen kann es durchaus zu kleinen Revierstreitigkeiten kommen. Meistens sind diese aber in ihrem angestammten Bereich zu finden und haben bei ausreichender Bepflanzung auch Deckung voreinander.
Die Fütterung ist eines der Highlights im Tagesgeschehen. Jedes noch so ruhig wirkende Tier nimmt dann plötzlich Fahrt auf und versucht seinen Teil der Beute zu machen. Ist ein Futtertier erbeutet, wird dies meist an einen sicheren Platz gebracht und dort verzehrt. Mit der Zeit stellt sich eine Art Routine bei den Anolis ein. Sie kennen die Abläufe im Tagesgeschehen und entwickeln eine Art innere Uhr. So liegen die Tiere ca. eine Stunde bevor das Licht erlöscht wieder auf ihren angestammten Schlafplätzen. Die Tiere gewöhnen sich auch recht schnell an Arbeiten im Terrarium. Sie fühlen sich dann, wenn man sie nicht direkt belästigt von den Arbeiten auch kaum gestört. Meine Männchen ist noch ein etwas misstrauiger Zeitgenosse-wenn man ihm zu nahe kommt, flüchtet er noch Panikartig. Die Weibchen hingegen haben eine relativ kurze Fluchtdistanz (eines droht sogar mir regelmäßig und denkt gar nicht an Rückzug).
Die Anolis halten sich vorwiegend im oberen Drittel des Terrariums auf. Dort sind ihre beliebtesten Plätze die Rückwand und die dickeren Äste. Als Schlafplatz bevorzugen zwei der Tiere die Blätter der Efeutute und ein Tier einen dünnen Ast an der Seite. Die Schlafplätze sind fast immer dieselben und werden nur äußerst selten gewechselt. Aber auch Tagsüber, weiß man sehr schnell, wo man seine Tiere auch in einem dicht bepflanzten Terra finden kann.
Anolis carolinensis
Aragorn auf seinem Ruheplatz einem Efeututenblatt
Erwerb:
Anolis carolinensis gehört schon seit langer Zeit zu den vielfach gehaltenen und nachgezüchteten Terrarientieren. Es besteht also keine Veranlassung dazu, sich mit Wildfängen einzulassen. Der Erwerb beim Züchter ist auch hier die beste und ratsamste Variante. Die Erfahrungen mit der Haltung und Zucht der Tiere, die die meisten Züchter haben und gerne weiter geben, sind in keinem noch so guten Terrariengeschäft in diesem Umfang zu bekommen. Falls man sich doch entschließen sollte, die Anolis im Terrariengeschäft des Vertrauens zu erwerben, sollte man genau über die Herkunft der Tiere nachfragen. Nachzuchten sind in der Regel einfach gesünder, Parasitenfrei und haben sich von Anfang an an das Leben im Glaskasten gewöhnt.
Fazit:
Seit Erwerb der Anolis haben uns die Tiere viel Freude und wenig Arbeit gemacht. Anolis carolinensis ist einfach zu halten, die optimalen Haltungsparameter leicht zu erreichen und die Fütterung stellt keine größeren Hürden dar. Das einzige kleinere Problem ist eventuell das gezicke der Weibchen untereinander. Das kann man aber in einem optimal gestalteten Terrarium ohne Probleme in den Griff bekommen, sodass alle Insassen ein langes und gesundes Leben führen können. Hält man die Anolis ihren Ansprüchen entsprechend, werden diese es auch mit sehr lebhaften Verhalten und reichlich Nachwuchs danken. Sieht man von Vergesellschaftungsexperimenten ab (die würde ich nur erfahrenem Haltern empfehlen), kann man Anolis carolinensis sicher als "Anfängertier" bezeichnen und uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer also nicht sehr viel Platz hat und interessanten Besatz für ein kleines Terrarium sucht, sollte sich mit dieser Anolis-Art mal näher beschäftigen, es lohnt sich.
Literatur:
Bücher:
1) Günther Nietzke - Terrarientiere 2
2) Ralf Heselhaus, Matthias Schmidt - Karibische Anolis
3) Axel Flaschenträger, Leo Wijfels - Anolis
4) Jens Rauh - Der Rotkehlanolis
5) Ray Hunziker - Rotkehlanolis im Terrarium ( bede-Verlag )
6) Reptilia 27 - Anolis
Buch Nummer 1 ist das umfangreichste Werk und beschäftigt sich allgemein mit Schildkröten und Echsen. Inhalt ist ein großer Allgemeiner Teil zur Haltung und Beschreibung von Echsen und eine Umfangreicher Artenteil ( Agamen, Geckos, Leguanen,... ) von terrarienrelavanten Tieren. Wer sich längerfristig mit dem Hobby Terraristik auseinander setzen möchte sollte den Preis nicht scheuen und bekommt dafür ein großartiges Nachschlagewerk.
Buch 2 und 3 geben einen schönen Überblick über die Gattung Anolis. Beide Bücher sind sehr interessant und geben gute Hinweiße zur Haltung verschiedener Anolisarten.
Nummer 4 und 5 sind speziell auf Anolis carolinensis zu geschnitten. Wer sich also nur zum Rotkehlanolis belesen möchte bekommt damit zwei gute und Hilfreiche Werke in die Hand.
Die Zeitschrift 6 beschäftigte sich im Titelthema (und weiteren Artikeln) mit dem Thema Anolis. Die Terraristik Zeitschriften vom Natur und Tier Verlag sind aber allesamt immer sehr interessant und meiner Meinung nach jedem Halter von Reptilien, Amphibien und Wirbellosen zu empfehlen. Also rein schauen lohnt sich mal.
Links:
Die Häufigkeit der Haltung von Anolis carolinensis korreliert natürlich auch mit der Häufigkeit der Seiten die sich mit den Tieren beschäftigen. Hier ein paar Seiten die ich besonders ansprechend und Inhaltlich gut gemacht fand:
1) www.saumfinger.de
Umfangreiche Page zum Thema Anolis mit vielen sehr guten Bildern.
2) www.agamen.de
Gute Page zu vielen Themen der Terraristik und großem Artenteil.
3) www.anolis.de
Auf der Seite sind mehrere kurze Haltungsberichte sowie kurze Informationen zu Rorkehlanolis zu finden.
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